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Evangelisches Jugendcamp 2008

(14.02.2008) — Kinder- und Jugendpfarramt

Evangelisches Jugendcamp 2008 Vergrößern

Das nächste Evangelische Jugendcamp wird vom 4. bis 6. Juli 2008 im Kloster Volkenroda stattfinden!

Von Sonneberg bis Salzwedel, von Elsterwerda bis Bad Salzungen sind wieder alle eingeladen, an diesen Treffen des "Bundes der Evangelischen Jugend in Mitteldeutschland" teilzunehmen.

Unter dem Thema "be f reit" wollen wir an diesem Wochenende über "Gott und die Welt" diskutieren, feiern oder einfach miteinander eine gute Zeit haben.

 

Link: http://www.evangelischesjugendcamp.de

 

Gedanken zum Thema be f reit
(Dorothee Land und Karin Joelsen)

be f reit - ICH und die Anderen

Was heißt eigentlich Freiheit?
Konstantin Wecker sagt: "Freiheit, das heißt: keine Angst vor Nichts und Niemand."

Was bedeutet Freiheit für mich?
Freiheit heißt doch machen können, was ich will, oder?

Aber das ist ja gar nicht so einfach, denn irgendwie geht das ja nicht immer. Wenn das alle täten? Dann gäbe es ein ganz schönes Kuddelmuddel. Also Freiheit nur soweit ich andere dabei nicht störe?

Heißt Freiheit dann auch, ganz allein auf mich gestellt zu sein, alles allein entscheiden und auch durchhalten zu müssen? Ich brauche jemand,  der mich hält in meiner Freiheit. Jemand, der mich auffängt, egal wie weit ich gehe.

"Niemand kann tiefer fallen als in Gottes Hand" heißt ein Spruch und ich finde, das ist sehr beruhigend und provozierend zugleich. Wer schon einmal richtig auf die "Schnauze" gefallen ist, konnte, wenn überhaupt, wohl erst im Nachhinein einem solchem Spruch etwas abgewinnen.

"Befreit" heißt auch: Ich habe alle Freiheiten bekommen, mein Leben zu gestalten, aber ich darf auch darauf vertrauen dass Gott da ist und mich hält. Sein Faden ist lose genug um mich meinen eigenen Weg gehen zu lassen, nie aber bin ich allein!

be f reit - und Verantwortung für die Eine Welt

Freiheit und Gerechtigkeit, Freiheit und Klimaschutz, Freiheit und Kinderarmut - geht das zusammen? Mitunter geht es mir wie den drei weisen Affen - nichts sehen, nichts reden, nichts hören können - Kanal voll, abschalten, all die Probleme, der ganze Wahnsinn des Konsums, die Zahlen, die mir klar machen - wir können nicht so weiter leben, wenn wir den Generationen nach uns, aber auch schon einem großen Teil der Menschheit heute genau das gleiche Recht auf ein würdiges Leben zugestehen.

Für Christinnen und Christen sind Freiheit und Verantwortung wie Schwester und Bruder. Wir haben nicht wirklich die Wahl, die Augen zu verschließen. Die Freiheit, die mir in meinem Handeln geschenkt ist, lässt sich nur in der Verantwortung für diese Welt und auch für die Menschen um mich herum leben.
Freiheit ohne Verantwortung

Dorothee Land und Karin Joelsen

 

Jugendcamp 2006


 

be f reit - Gedanken von OKR Christhard Wagner

Befreit. Das klingt gut!
Mir kommt sofort das Pauluswort aus dem Galaterbrief in den Sinn:
" Zur Freiheit hat uns Christus befreit" (Gal. 5, 1).

In der DDR war dieses Wort subversiv. Das duftete herrlich im Mief realexistierender Gängelei. Es bedeutete für uns, sich nicht vorschreiben zu lassen, was wir zu denken, zu hoffen, zu tun hatten.

Wir ließen uns von diesem Wort beflügeln und steckten andere an: Lasst Euch befreien.
Damit eckten wir an. Manch einer bezahlte einen hohen Preis. Doch es gab es: das richtige Leben im Falschen.

Wer sein Koordinatensystem jenseits des Systems fand, konnte den Geschmack der Freiheit kosten.

Thiago de Mello schreibt in seinen Statuten des Menschen:
"Es wird erlassen, dass nichts mehr erzwungen noch untersagt wird.

Alles wird erlaubt sein, vor allem mit dem Rhinozeros zu spielen und am Nachmittag mit einer riesengroßen Begonie im Knopfloch spazieren zu gehen.

Einziger Paragraph:
Nur eines wird verboten bleiben - zu lieben ohne Liebe.

Schlussbestimmung:
Der Gebrauch des Wortes Freiheit wird hiermit verboten; dieses Wort wird überdies aus allen Wörterbüchern gestrichen und aus dem trügerischen Morast der Münder.

Von nun an wird Freiheit etwas Lebendiges und Durchsichtiges sein, wie das Feuer, der Fluss oder der Samen des Weizens und ihre Wohnung wird immer das Herz des Menschen sein.

Gott sei Dank hat sich der Mief der DDR verzogen.

"Es ist, als ob jemand das Fenster aufgestoßen hätte", sagte Stefan Heym am 4. November 1989 auf der Berliner Demo.

Nun ist die Freiheit da. Oder?

Manche beschreiben Freiheit heute so: Es ist, als ob ich ganz allein mitten in der Weite der Steppe stehe. Mir stehen alle Richtungen offen, aber ich weiß nicht wohin - und friere.

Freiheit birgt auch die Möglichkeit, grundlos zu scheitern. Oder die Versuchung, sich zur Erreichung eigner Ziele auf Kosten anderer gnadenlos durchzusetzen. Oder die Falle, sich in aller Freiheit in neue Abhängigkeiten zu bringen.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit.

Der folgende Satz lautet: "So steht nun fest und lasst Euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen". Ein Joch ist eine Art Geschirr, mit dem Ochsen (!) gezwungen werden, den Pflug oder den Wagen anderer Leute zu ziehen.

Wollen wir uns wieder unterjochen lassen?

In aller Freiheit: Unter das Joch gerät man schneller als man denkt. Das Joch kann heißen: Egoismus, Karriere, Oberflächlichkeit, Spaß auf Teufel komm raus. In meiner Junge-Gemeinde-Zeit haben wir uns intensiv mit den "Stationen auf den Weg zur Freiheit" von Dietrich Bonhoeffer befasst.

Eine Station heißt:

Tat.
Nicht der Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen, nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen, nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit. Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschehens, nur von Gottes Gebot und deinem Glauben getragen, und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen.

Christhard Wagner