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Schulkongress "Kirche macht Schule"

(10.09.2007) — PTI-Mitteldeutschland

Unter dem Titel "Kirche macht Schule" veranstalteten am 28. Juni 2007 das Evangelische Schulwerk der EKM, das Pädagogisch-Theologische Institut Neudietendorf und die Evangelische Akademie Thüringen einen Schulkongress vor.

Bild: Matthias Frank Schmidt

Arm dran, aber leistungsstark

Großes Interesse am Kongress evangelischer Schulen

Liegt Jena in Finnland? Oder ist Finnland in Jena? Gemeint sind die Ergebnisse der Schulleistungsmessungen, bei denen Finnland ganz vorn und Deutschland beschämend weit im Mittelfeld liegt. Anders die evangelischen Schulen: Bundesweit haben die evangelischen Schulen weitaus besser abgeschnitten bei Leistungsvergleichen als staatliche Schulen - bis zu einem Schuljahr Vorsprung haben Schüler/innen evangelischer Schulen bei der Leseleistung.

Unter den evangelischen Schulen wiederum ragen einiger besonders hervor, so das Christliche Gymnasium in Jena, das mit seinen Ergebnissen an finnische Werte heranreicht. Aber auch die evangelische Grundschule in Gotha wird immer wieder als vorbildlich und wegweisend auch für staatliche Schulen genannt.

Der Kongress evangelischer Schulen "Kirche macht Schule" am 28. Juni im Ratsgymnasium in Erfurt hatte sich zum Ziel gesetzt, zu beweisen, dass evangelische Schulen gute Schulen sind.

Die guten PISA-Leistungen bildeten dabei nur einen Aspekt, genauso wichtig war ein anderes Ergebnis einer bundesweiten empirischen Studie, die Professorin Annette Scheunpflug vorstellte: In evangelischen Schulen wir intensiver und erfolgreicher als in staatlichen Schulen gefördert.
Kinder mit besonderem Förderbedarf bekommen dort die Anregungen, die ihnen helfen. Das gilt für Hochbegabte wie für Schüler/innen im unteren Leistungsbereich, aber auch für solche, die zu Hause wenig Unterstützung finden.

Oberkirchenrat Dr. Jürgen Frank aus dem Kirchenamt der EKD in Hannover bezeichnete dies als ein Gebot der Gerechtigkeit, das sich im alltäglichen Umgang miteinander zeigt, in Unterrichtsfächern wie Diakonisches Lernen oder Globales Lernen, aber eben auch in der Förderung derer, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind.

Und einen dritten Beweis führte Dr. Frank an: Evangelische Schulen sind ein Zeichen für eine sich entwickelnde Zivilgesellschaft: Trägervielfalt, Engagement von Eltern, Erziehung zu Solidarität und Verantwortungsübernahme braucht ein demokratischer Staat.

Und das sollte ein Staat sich dann auch etwas kosten lassen - das war das Thema der Podiumsdiskussion in der unter Moderation von Ulrike Greim-Haspel Landesbischof Dr. Christoph Kähler, Kultusminister Jens Goebel, die Schulleiterin des Christlichen Gymnasiums in Jena, Sabine Ulrich, teilnahmen sowie Professor Bernd Eisinger, der die durchschnittlichen Kosten eines staatlichen Schülers in Thüringen errechnet hatte.

Dem Kultusminister gelang es nicht, glaubhaft zu machen, dass freie Schulen in gleicher Höhe finanziell unterstützt werden wie staatliche. Es blieb bei den Zahlen, die Professor Eisinger vortrug: Evangelischen Schulen in Thüringen werden lediglich 69 Prozent der Kosten vom Land finanziert.

Die Anwesenheit von 200 Teilnehmern und viel "Prominenz" während des Kongresses belegte das große Interesse an evangelischen Schulen. Ministerpräsident Dieter Althaus würdigte sie in einem Grußwort als unverzichtbar. Bischof Axel Noack hielt die Andacht, Vertreterinnen und Vertreter der Landtage und Kultusministerien in Magdeburg und Erfurt waren dabei.

Und vielleicht lässt sich eine Idee tatsächlich weiterverfolgen, die im Laufe des Tages mehrfach auftauchte: eine Schule ohne Sitzenbleiben und Durchfallen. Das würde Kindern und Eltern viel Leid ersparen und - ganz nebenbei - viel Geld, das dann in die gezielte Förderung von Schülerinnen und Schülern, aber auch in die Fortbildung der Unterrichtenden fließen könnte.

Hanne Leewe

 

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Fotograf: Matthias Frank Schmidt.
www.fotograf-erfurt.de